Looking for Something?

Blogserie Wagnis Selbstständigkeit IV

Author:
anja

ENDLICH FREI!

Montags nicht aufstehen können, immer auf den Feierabend warten, Stunden zählen bis zum Wochenende und Sonntagsblues. Eingeengt in Fremdbestimmung, zu hohen Erwartungen und negativem Stress.

Genau so in der Reihenfolge passierte es jede Woche. Aber sollte man nicht jede Minute seines Lebens genießen, sich darüber freuen und Lebenszeit nicht einfach voran jagen. Stattdessen will man, dass die Zeit zwischen 8 – 18 Uhr verfliegt und dass man ganz schnell nach Hause kommt, um dann das eigentliche „Leben“ zu genießen, das nur wenige Stunden ausmacht. Meistens hat noch nicht mal das geklappt, da ich die Arbeit immer mit nach Hause genommen habe.

So ging es mir einige Jahre und ich kann mir vorstellen, dass sich viele andere darin wiederfinden. Das hört sich alles super negativ an und für manche Menschen wird der Weg des Arbeitnehmerdaseins der richtige sein. Für mich war es das nie. Trotzdem habe ich immer so weitergelebt.

Ein Schicksalsschlag hat mich dann gezwungen, etwas zu verändern. Ich hatte viel Zeit darüber nachzudenken, was mich glücklich macht und was ich wirklich will. Im Fokus steht bei mir jetzt die Lebensqualität und die besteht bei mir darin, meine Zeit frei einzuteilen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, Dinge zu tun, die ich liebe und auch beherrsche, in einem Umfeld, wo ich mich wohfühle. Ich habe die Chance ergriffen und mein Leben lebenswerter gemacht, indem ich mich als Fotografin selbstständig gemacht habe.

Ich habe diesen Beruf nie gelernt. Jedoch beschäftige ich mich schon seit sehr langer Zeit mit der Fotografie. Ich war schon immer eher der kreative Mensch, der seine Gefühle mit Formen und Farben zum Ausdruck gebracht hat. Manche schreiben Tagebuch und ich habe meine Emotionen in Bilder gepackt. Zunächst waren es eher Stift und Papier und im Laufe der Zeit wurde die Kamera zu meinem stetigen Begleiter. Es war ein fortwärender Prozess. Zunächst probierte ich viel aus, indem ich Selbstportraits machte und kostenlose Shootings anbot. Nach und nach entwickelte sich mein Blick, das technische Know How und das Gefühl. Dann kamen auch die ersten Aufträge, die ich während meiner Vollzeitstelle umsetzte. Von da an wusste ich, dass ich DAS soo sehr beruflich machen möchte.

WIE IST DAS SO… MIT DER SELBSTSTÄNDIGKEIT?

Nun bin ich schon seit September 2012 selbstständige Fotografin und nicht alles ist immer heiter Sonnenschein. Natürlich spielen auch Zukunftsängste, Zweifel und Rückschläge eine Rolle. Ich habe ein ziemliches Sicherheitsbedürfnis und dürfte im Grunde gar nicht Selbstständig sein. Doch die vielen positiven Aspekte überwiegen zu einem sehr großen Teil.

Vor allem am Anfang des Jahres, wo es bei mir ziemlich ruhig einhergeht, sind die Zukunftsängste sehr präsent. Dafür ist es von Mai bis September umso arbeitsreicher, da für mich dann die Hochsaison beginnt. Ich arbeite größtenteils im Bereich Hochzeitsfotografie und bin dann an den meisten Sommerwochenenden auf Hochzeiten unterwegs. Ich liebe es mit fröhlichen und glücklichen Menschen zu arbeiten und bei Hochzeiten ist das größtenteils der Fall. Zumindest habe ich noch keine anderen Erfahrungen gemacht. Zu den Hochzeiten gesellen sich natürlich auch noch andere Projekte. In den Monaten arbeite ich 7 Tage die Woche und 12-14h pro Tag (Es gibt ja zum Glück noch die ruhigen Wintermonate). Das heißt nicht nur fotografieren, sondern auch Bildbearbeitung, Organisation, Verwaltung, Buchhaltung, Marketing, Kundenmeetings, Grafikdesign, Weiterbildung und Blogverwaltung.

DENNOCH IST ES GANZ ANDERS!

Durch meine Erfahrungen im Laufe der Zeit, ist Arbeiten für mich ein Schimpfwort geworden und ich kann bzw. möchte das, was ich jetzt mache, nicht so nennen. Es ist sowieso schwierig, eine Linie zwischen „Privatem“ und der „Arbeit“ zu ziehen. Ich würde sagen, ich nutze mein Leben, um mir und anderen Menschen eine große Freude zu machen. Ich habe etwas gefunden, wonach viele suchen. Etwas das mich ausfüllt, mit dem ich glücklich bin und sogar genug Geld verdiene, dass ich damit sicher Leben kann.

Hochzeitsfotografin Erfurt

Meine erste Hochzeit, als ich mich frisch selbstständig gemacht habe.

Hochzeitsfotografin Himmelpfort

Letztes Jahr im August bei einer heimlichen Hochzeit in Himmelpfort (Havel).

Anja

30 Jahre, ist selbständige Fotografin und Träumerin.


Feedback

3
  • Steffi

    Das ist wirklich ein schöner Beitrag, der verdeutlicht worum es im Leben gehen sollte. Es ist nicht leicht sich aus einer festen bzw. festgefahrenen Alltagsstruktur zu lösen, das erfahre ich grade selbst am eigenen Leibe. Aber wenn man dann deine Beschreibung dazu liest, dann fühlt man bereits beim Lesen, dass es sich so sehr lohnt.
    Toller Bericht.
    Liebe Grüße
    Steffi
    http://www.felicee-feeling.de

    • Anja
      Anja

      Hey liebe Steffi,

      ich bin der festen Überzeugung, dass es sich immer lohnt etwas zu verändern, um glücklich zu sein. Auch wenn es nicht klappt, hat man doch die Erfahrung gemacht und kann daraus lernen. Ich hoffe du findest deinen Weg.

      Liebe Grüße
      Anja vom Atempausen-Team

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