Looking for Something?

Blogserie „Wagnis Selbstständigkeit“ VII

Author:
patricia

Ich kann mich erinnern, ich war recht jung, wie ich mit meiner Mutter beim Einkaufen war und wir uns unterhielten und ich ihr sagte: „Ich werde sowieso irgendwann  selbstständig sein!“ Sie sah mich an und ich glaubte, sie konnte das nicht verstehen, weil das recht unsicher sein kann. Einige Jahre später, war ich es!

Sollte das tatsächlich mein Weg sein? Ich habe Versicherungskauffrau gelernt. 2008, mit bestandener Prüfung, rannte ich förmlich zum Gewerbeamt, um nun auch alle formellen Dinge fest zu machen. Nun stand ich da: Gewerbeanmeldung in der einen Hand und eine Menge Optimismus, gepaart mit Angst, in der anderen Hand. Ich habe mich so gefreut. Aber sollen es die Versicherungen sein, die mich beruflich erfüllen? Eigentlich wollte ich gern was mit Musik machen. Die Versicherungsbranche ist so voller Vorurteile und ich mittendrin. Kann ich dem Stand halten? Aber im Ernst: ich liebe diese Arbeit. Ich konnte mich auf einmal richtig damit identifizieren. Ich stehe Menschen in formellen Alltagssituationen zur Seite. Diese Gedanken feuerten mir durch den Kopf und motivierten mich, diesen Schritt zu gehen. Und doch: ich hab es geschafft und bis heute auch nie bereut!

Zu Beginn hatte ich oft im Kopf, dass ich frei bin. Keiner sagt mir, wann und was ich zu tun habe. Heute weiß ich, es ist auch so. Aber was ich auch gelernt habe, dass diese Freiheit mit absoluter Disziplin zu bezahlen ist. Zudem habe ich mir alles selbst beigebracht. Wie strukturiere ich meinen Tagesablauf, welche Vorgänge haben Priorität und wann darf ich denn überhaupt frei nehmen?!

Ganz schnell bestimmte mich die Selbständigkeit und nicht ich sie. Und dann kam mein erstes Kind. Ich hatte mir im Leben nicht träumen lassen, dass ich Abstand zu meiner Arbeit finden könnte. Meine Tochter war da und das mit dem Abstand ging ganz schnell. Ich hatte keinen Kopf für Versicherungsfragen und war sogar leicht überfordert und auch traurig, dass ich beides nicht schaffen konnte. Zum Glück war mein Freund da. Er half mir viel und ich lernte schnell, dass auch ich plötzlich wieder ein Privatleben hatte. Ich wusste wieder, welchen Sinn ein Wochenende in Familie hat. Wie beruhigend es ist, nicht ständig auf das Handy schauen zu müssen.

Die schönste Elternzeit hatte auch ein Ende und die Arbeitswelt mich wieder. Oft beginnt mein Tag 5:30. Dann heißt es, Kind fertig machen, nicht zu vergessen, mich. Das Bedarf viel Zeit, was aber nun recht fix statt findet. Dann geht’s ab in die KITA und ich geb Gas, dass ich es für meine vorgegebene Zeit, pünktlich in Büro schaffe. Dort angekommen, wechsel ich zwischen Außendienst und administrativen Aufgaben. Nicht all zu selten, nehme ich mir Vorgänge mit nach Hause und erledige diese nach dem ich die tollsten Schnittchen geschmiert und die lustigen Lieder gesungen habe. Ich habe mich so weiterentwickelt, bin oft an meinen Grenzen angelangt. Ich habe mich so weiterentwickelt und an all diesen Aufgaben bin ich sehr gewachsen. Heute kann ich sagen, dass die Selbstständigkeit ein Lebensgefühl ist und mit ihr, all das, was mich ausmacht. Rückblickend war ich unerfahren, naiv, hatte viele Bedenken, aber ich habe immer Positiv gedacht. Ich habe schon so viele verschiedene und tolle Menschen während meiner Arbeit kennengelernt! Gar richtig tolle Freunde habe ich mit ihr gewonnen. Mittlerweile habe ich zwei Mädchen, was den Schwierigkeitsgrad nochmal deutlich nach oben gesetzt hat. Aber auch dies habe ich mit allen Höhen und Tiefen mitgenommen und bin immer noch dabei.

Ich freue mich, dass ich den Weg der Selbstständigkeit gegangen bin. Ich habe Achtung vor jedem, der diesen Weg geht, denn ich weiß, wie viel Zeit, Kraft, Tränen und Stolz hinter jedem Produkt steht. Egal ob Fotos, Zeichnungen, Texte und Versicherungen, es ist ein Teil von uns, den wir an euch weiter geben wollen!

Gruppenfoto_atempausen_modiami

Patricia Karl

31 Jahre, ist selbstständige Versicherungskauffrau. Wenn sie nicht gerade von einem großen weißen Flügel träumt, berät sie Menschen in Versicherungsfragen (und das am liebsten in Chucks).


Feedback

5
  • jenny

    Super Beitrag, der so viel über das Leben einer Selbständigen sagt, aber trotzdem nicht zu viel um Angst zu machen 😉

    Mein Traum ist es irgendwann auch mal…aber bis dahin heißt es: work, work, work 😉

    Liebe Grüße
    Jenny

  • Beaglekind

    Hallo liebes Kind, du bist deinen Weg, beruflich und privat, bisher sehr gut gegangen. Du hast zwei süsse Kinder, einen guten Mann und tolle Freunde an deiner Seite ! Es tut gut dich so gut aufgehoben zu wissen . Solltest du uns aber brauchen, sind wir immer für dich da . Wir sind stolz auf dich, mach weiter so ! Deine Eltern

  • Michelle

    Ein schöner Beitrag, der Mut macht seinen eigenen Weg zu gehen :) Ich bin auch selbstständig und weiß, was all das bedeutet.

    LG Michelle
    http://www.miss-phiaselle.com

  • Johannes

    Oh ja ich kann das so gut verstehen. War früher auch angestellt, seit 2010 als Fotograf Selbstständig. Die Kündigung und vor allem die Anfangszeit der Selbstständigkeit war echt geil. Ich bereue es bis heute keinen Tag und kann mir nicht mehr vorstellen in die Anstellung zurück zu gehen.

    Dein Blog ist auch echt schön, gleich mal abonniert :)

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