Looking for Something?

Sonntagspost: Ein Brief an dich, Etienne.

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Jule-schreibt

Lieber Etienne,

deine Augen strahlen und sind offen für alles was kommen wird. Auf der Lauer was als nächstes passiert. Braun, ein Hauch von gelb, Spiegel meiner Selbst.

Ich sehe deine zarte Haut, die noch so viel Platz für Erlebnisse, Kerben und Einschnitte hat. Für Entscheidungen, die Narben hinterlassen werden. Erlebnisse, die sich darin einbrennen und Spuren hinterlassen. Aber auch Sommersprossen, die von vielen warmen Sommertagen erzählen.

Dein kleiner Mund ist noch so unschuldig. So viele Worte wurden damit noch nicht ausgesprochen. Etliche Wahrheiten sind noch ungesagt, Lügen sind noch nicht heraus gefallen. Dafür aber viele kleine Weisheiten, die rühren, verblüffen, belustigen.

Deine Ohren haben so viele Störungen und Lärm noch nicht gehört. Auch Unwahrheiten haben sie noch nicht viele an dich heran gelassen. Süße Liebesschwüre hast du damit noch nicht viele vernehmen dürfen. Meiner Liebe sind sie sich jedoch sicher, hören sie doch jeden Tag davon.

Ich spüre deine glatten Hände auf meinen. Sie haben bis jetzt nur die schönen Dinge des Lebens erfasst. Sie sind so weich, weil sie die Kälte des Lebens noch nicht gespürt haben. Und neugierig, werden sie ja noch so viele Möglichkeiten haben, die Wärme eines liebenden Herzens zu fassen.

Deine Füße sind noch so klein. Haben noch keine großen Schritte getan. Sie sind unerschrocken, weil sie ja noch nie weichen mussten. Unbedarft, mussten sie ja noch nicht standhaft im Leben stehen. Momentan noch fragil, weil sie dich noch nicht wieder aufrichten mussten. Immer leichtfüßig, schließlich freuen sie sich mit dir noch über jeden neuen Tag.

Dein Gemüt ist bis jetzt unbefleckt. Frei von so vielen Sorgen. Wild, weil es ja noch nicht durch Zweifel gezügelt wurde. Fröhlich, hat es die schlimmen Dinge des Lebens ja noch nicht kennen gelernt. Grenzenlos, weil deine Fantasie noch stärker ist, als deine Vernunft. Ein offenes Buch, das noch beschrieben werden muss. Mit vielen bunten Seiten, die hoffentlich nur die Farben des Regenbogens in sich tragen werden, statt graue Regenwolken.

Erschreckend, wie ähnlich du mir in so vielen Dingen bist. Verblüffend, wie offen du die Welt umarmst. Erstaunlich, wie schlau ein so kleiner Mensch sein kann. So dankbar, für die Liebe, die dir begegnet. Heilend, deine Liebe für mich.

Momente, die dein Herz berühren, Augenblicke, die dich wachsen lassen, Menschen, die dich inspirieren, Gelegenheiten, die dich bereichern und  Meilensteine, die dein Wesen formen – sollen wie buntes Konfetti auf dich herunter regnen! Das wünsch ich dir!

Deine Mama

Juliane Großmann

30 Jahre, ist selbstständige Journalistin, Texterin und Illustratorin. Wenn sie nicht gerade von Meer und Sand träumt, jongliert sie mit der deutschen Sprache oder dem Fineliner.


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