Looking for Something?

Sonntagspost: Ein Brief an dich.

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Portrait_ingedanken_atempausen

Hallo liebe Freundin.

Deine Diagnose hat mich aus der Bahn geworfen . Auf dem Tisch liegen jetzt neben dieser Diagnose Ängste und auch viele Fragen. Ich bin sprachlos und gelähmt.

Wie gehe ich damit um? Wie begegne ich dir und wie gehe ich mit dir um? Was kann ich tun, um dir ein gutes Gefühl zu geben. Wie kann ich helfen? Was kann ich dir abnehmen oder wäre es besser dir viele Aufgaben zu geben, damit du abgelenkt bist? Weine ich mit dir oder bringe ich dich zum lachen? Rede ich mit dir über diese Situation oder lenke ich dich mit anderen Themen ab? Sollte ich dir von meinen Ängsten erzählen oder behalte ich sie bei mir um dir ein gutes Gefühl zu geben?

Mein erster Impuls ist Angst, weil ich weiß, was alles passieren kann. Wie es ausgehen kann. Aber gleichzeitig weiß ich, wie stark du bist. Du hast schon so viel erreicht, kämpfst jeden Tag, um dein Leben so zu gestalten, wie du es für dich haben willst, um dir die Dinge zu ermöglichen, die du dir erträumst, um glücklich zu sein. Daher bin ich der vollen Überzeugung, dass du die Kraft hast, der Krankheit den ganz großen Stinkefinger zu zeigen und sie zu bekämpfen.
Deswegen möchte ich dir meine Ängste erzählen und dich nach deinen fragen. Ich möchte, dass du weißt, dass ich bei dir bin, hinter dir, neben dir. Ich werde mit dir weinen und auch lachen. Mit dir über die Krankheit schimpfen, sie verfluchen und sie verspotten. Wenn du es brauchst, werde ich dein Kummerkasten sein, dir von Gott und der Welt erzählen, wenn du Ablenkung brauchst. Ich werde jeden noch so blöden Witz finden, nur um dir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Denn dieses laute Lachen will ich noch sehr oft hören. Es steht dir besser als Kummer. Frage dich nicht, ob du mich „schon wieder“ mit deinen Sorgen belangen kannst, mich um Hilfe bitten kannst. Sag, wenn du was brauchst und ich bin da.

In Liebe deine Freundin

Juliane Großmann

30 Jahre, ist selbstständige Journalistin, Texterin und Illustratorin. Wenn sie nicht gerade von Meer und Sand träumt, jongliert sie mit der deutschen Sprache oder dem Fineliner.


Feedback

5
  • Jenny

    Super schöner Beitrag. Mehr kann man nicht sagen!

  • Frauke

    Wunderbar geschrieben und so wahre Worte… Ich wünsch euch viel Kraft!

  • Laura | Pixeldetail

    Liebe Juliane,

    ich bin erst heute auf euren Blog gestoßen und habe mich direkt verliebt. Dieser Artikel bestätigt mich in meinem Denken und lässt mein Herz gleich ein wenig schneller schlagen.

    Ich stecke in einer ähnlichen Situation, hab mich ebenso wie du für die Selbstständigkeit entschieden und stocke gerade selbst. Ich bekomme noch nicht alles so unter einen Hut wie ich es gerne hätte und bin mir einfach nicht immer sicher ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, aber kann man das wirklich 24/7 sein? Haben nicht auch andere, die einem „geregelten Job” nachgehen, diese Selbstzweifel? Hat die nicht jeder, ausgerechnet dann wenn wir sie am wenigsten gebrauchen können?

    Ich wünsche dir für die Zukunft in jedem Fall ganz viel Kraft, du wirst sie sicher brauchen können!

    Alles Liebe,
    Laura

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