Looking for Something?

Sonntagspost: Tierliebe

Author:
patricia_tierliebe

An alle, die schon einmal mit dem Verlust ihres geliebten Tieres konfrontiert worden sind.

Wenn wir uns für ein Tier entscheiden, denken wir nicht daran, dass es auch sterben kann. Nein. Wir sehen die Sonne und unser Herz wird unsagbar warm.
Wir stellen uns vor, wie es ist, wenn es bei uns ist. Was wir alles zusammen unternehmen können und wie es ist, mit dem Tier zu kuscheln. Sicherlich denken wir auch darüber nach, ob wir dem Tier alles bieten können. Ob es sich wohl fühlt. Und sicherlich stellen wir uns auch die eine oder andere Erziehungsfrage.
Warum sollten wir auch darüber nachdenken, was passiert, wenn es von uns geht. Warum so traurige Gedanken zulassen.
Aber was ist, wenn es wirklich passiert?
Mein Hund, ein Beagle, ist vor 2 Monaten eingeschlafen. Ich konnte es gar nicht realisieren. Ich dachte nur, dass ich nie wieder einen Hund haben möchte. Ich wusste, dass ich diesen Schmerz nie wieder spüren möchte.
Jetzt so langsam kommt mir wieder alles in den Sinn. Ich bin wieder in den Wald gegangen, wo ich mit ihm war. Da wo er neugierig an allen geschnuppert hatte, was er finden konnte. Wie schön die Momente doch waren! Plötzlich fiel mir ein, dass wir eine Zeit immer zusammen gefrühstückt haben. Er saß auf dem einen Stuhl und ich auf dem Anderen. Bei dem Gedanken daran muss ich lachen. Wer Beagle kennt, weiß, wie witzig und auch absurd das ausgesehen haben muss. Wie schön das war.

Ich bin traurig und lass meine Trauer zu und auf einmal empfinde ich ganz viel Zuversicht. Warum will ich jetzt keinen Hund mehr? Doch nur, weil ich Angst habe, ihn wieder zu verlieren. Wieder diese Leere und Traurigkeit spüren und an alles erinnert zu werden. Aber dann hätte ich diese außergewöhnlichen Momente nicht mehr, die man nur mit einem Tier erlebt. Dann hätte ich die bedingungslose Treue nicht, die dir nur ein Tier gibt. Möchte ich wirklich darauf verzichten? Ich beantworte mir die Frage mit: NEIN! Ich möchte nicht verzichten. Ich liebe Tiere und verachte Menschen, die ihnen weh tun. Ich habe wieder große Lust einem Wesen, was doch auf uns angewiesen ist, ein schönes zu Hause zu geben. Ist es egoistisch, wenn ich glaube, dass ein Hund mich erfüllt. Ich habe zwei Kinder, einen Mann und eine Menge Arbeit. Will ich wirklich die zusätzliche Verantwortung für ein weiteres Leben tragen. Na klar!

Tiere sind so wunderbar und sie spüren ganz genau, wo es ihnen gut geht und sie werden uns belohnen. Sie fragen uns nicht, warum wir gerade schlecht drauf sind. Sie sind einfach da und hellen uns mit ihren Blicken auf. Sie stellen uns nicht in Frage. Sie lieben uns so, wie wir sind!
Das ist ein tolles Gefühl. Ich bin froh, dass es viele Menschen gibt, die sich für zahlreiche Aktionen einsetzten. Tiere retten. Gar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten. Die, die sie aufnehmen und ihnen ein sicheres zu Hause geben. Tiere sind keine Sache, es sind Lebewesen, wie wir alle und sie haben ein Leben in Würde verdient. Und ich werde auch meinen Teil dazu beitragen. Das heißt nicht, dass ich meinen Jester vergessen werde, im Gegenteil. Er wird immer in meinen Herzen bleiben. Und mit ihm die Erinnerung, die mir in stillen Momenten die eine oder andere Träne bringen aber auch ein Lächeln in mein Gesicht zaubern wird!

Danke Jester 2003-2015

Patricia Karl

31 Jahre, ist selbstständige Versicherungskauffrau. Wenn sie nicht gerade von einem großen weißen Flügel träumt, berät sie Menschen in Versicherungsfragen (und das am liebsten in Chucks).


Feedback

2
  • Aennikay

    Toll geschrieben …. Ich habe auch einen Welpen und mag noch gar nicht daran denken. Ich hoffe, ich habe noch viele Hundejahre vor mir.
    Liebste Grüße,
    Aennikay von modiami

  • Liz

    Wunder, wunderschöner Text! Tiere, besonders Hunde, können so viel geben und verlangen dabei so wenig. Deswegen ist ihr Tod umso trauriger, weil man – wie du auch schreibst – so viel erlebt hat. Mir haben auch schon viele Leute gesagt, dass ich mir keinen Hund anschaffen soll. „Was wenn der mal stirbt?! Das ist doch viel zu traurig!“ Aber warum sollte ich deswegen auf die glücklichen Momente verzichten?

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